{"id":2900,"date":"2026-03-21T22:24:35","date_gmt":"2026-03-21T21:24:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wortflechte.com\/web\/?p=2900"},"modified":"2026-03-21T22:58:48","modified_gmt":"2026-03-21T21:58:48","slug":"manifest","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wortflechte.com\/web\/manifest\/","title":{"rendered":"Helgas Manifest in vorerst 33 Forderungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-black-color has-light-green-cyan-background-color has-text-color has-background has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-b48a0b5d57bf9df418237b5780e0b82b\"><strong>Helgas Manifest in vorerst <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-light-green-cyan-background-color has-text-color has-background has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-cd617c1494cea0b3e03f8a3e4abc0000\"><strong>33 Forderungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich wurde von ganz klein auf erzogen als Dienstleistungs-Objekt-K\u00f6rper f\u00fcr meinen zuk\u00fcnftigen Ehemann, Dauerdressur f\u00fcr einen Mann. Mach dies nicht und jenes schon, von fr\u00fch bis sp\u00e4t, zieh das ein und das an und bitte nicht Zorro im Fasching sondern als Prinzessin oder Trachtent\u00e4nzerin und wenn du aber kein Schnitzel kochst und oh mein Gott gelbe Glockenhosen w\u00e4re da nicht viel besser ein Rock und die Haare anders und&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<strong>Dauerdressur<\/strong>. F\u00fcr einen Fremden. Mann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Mann war wichtiger als ich. Ein Mann DEN MEINE FAMILIE NICHT EINMAL GEKANNT HAT!&nbsp; Und jeden Tag haben sie von ihm geredet. Und das ungef\u00e4hr seit ich vier bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob ich einen Mann <strong>will<\/strong> oder <strong>nicht<\/strong> hat keine Rolle gespielt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich will? War \u00fcberhaupt kein Thema!<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Sorge, nichts davon ist auf fruchtbaren Boden gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Manifeste wollen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>etwas offenbaren,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>ans Tageslicht bringen,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>augenscheinlich machen,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>unverhohlen der Verschwiegenheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>entrei\u00dfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt sie seit der Neuzeit, sie wurden vor allem im Kriegswesen gepflegt.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcngst wollte mir einer erkl\u00e4ren, dass die Mullahs gegen\u00fcber Iranerinnen genauso schlimm wie Donald Trump gegen\u00fcber amerikanischen Frauen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, falls das hier auch wer glaubt, ich habe mir den Finger gebrochen. Diesen (rechter Mittelfinger)!. <\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls im Laufe des weiteren Gespr\u00e4chs hat er mich <em>Fr\u00e4ulein<\/em> genannt. Erstens bin ich 50, nicht Jungfrau, und w\u00e4re in keiner \u00c4ra als Fr\u00e4ulein durchgegangen. Zudem ist in \u00d6sterreich diese Bezeichnung seit 1928 und damit seit 98 Jahren abgeschafft. So lange kann\u00b4s also \u00fcberdauern und ausdauern.<\/p>\n\n\n\n<p>Man m\u00f6chte aufgrund der Weltenlage grad ein wenig m\u00fcde werden, ein bisschen pfausen und jammern, sich ins Sofa kuscheln und i waas ned &#8211; Millionenshow schauen? Sport? Ich habe keine Erfahrung mit aus der Welt aussteigen, sich ablenken &amp; so tun als w\u00e4re da drau\u00dfen <em>alles in Ordnung<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte das Internet explodieren und das Fernsehen sprengen, den Radio k\u00fcbeln. Stattdessen tauchen Traurigkeit, gar Verzweiflung auf und man sp\u00fcrt schmerzlich den Verlust von <strong>Hoffnung<\/strong>. Hoffnung ist etwas geworden, das man fr\u00fcher hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Jener vergangenen Zeit, als ich in der Gewissheit lebte: die Zukunft wird moderner, freier, die Homophobie wird verschwinden, alle Nazis aussterben hoffentlich, und die Katholische Kirche ihren Einfluss auf mein Leben jeden Tag mehr verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Des haumma glaubt!<\/p>\n\n\n\n<p>Und an dieser Stelle komme ich zur\u00fcck zum Fr\u00e4ulein-Wort.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mal einen Fachbegriff erfunden daf\u00fcr, wenn man sich \u00fcber Minifuzzizwergenkleinigkeiten aufregt, w\u00e4hrend daneben unbeobachtet die Welt untergeht, n\u00e4mlich das Teletubbysyndrom. Aber das ist eine andere Geschichte, und soll ein andermal erz\u00e4hlt werden. Ich regte mich also hochprofessionell auf \u00fcber einen Fr\u00e4uleinsager. Und weil ich mich davon dann doch nicht so lange fesseln lassen wollte, habe ich mir <strong>feministische Manifeste<\/strong> angeschaut. Wenn mir die Hoffnung auskommt, dann <strong>fange<\/strong> ich sie immer wieder st\u00fcckweise ein bisschen ein, indem ich irgendwas mache das mir subjektiv sinnvoll vorkommt. Ich muss was tun. Sonst folgen meine Nerven asap der <strong>Hoffnung<\/strong> ins Niewiedergesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>2025 habe ich eine Ausschreibung gemacht und feministische Texte erbeten in Manifestform, und ich habe noch nie so viele v\u00f6llig unpassende Schriftwerke bekommen. Es war kein einziger Text dabei, der ein Manifest war im eigentlichen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist mir noch nie passiert.<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>Und ich habe mich in den letzten Monaten gefragt: Warum gibt es so wenige radikale feministische Manifeste (ich lasse heute die Frage aus, warum Sexarbeiter*innen selbige erfassen). Wenn dann sind sie beispielsweise in Kinderbriefe verpackt, wie bei Chimamanda Ngozi Adichie in &#8222;Liebe Ijeawele&#8220; (Liebe Ijeawele. Wie unsere T\u00f6chter selbstbestimmte Frauen werden, 2017):<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>&#8222;Das Wohlbefinden von Frauen darf nicht l\u00e4nger vom Wohlbefinden der M\u00e4nner abh\u00e4ngen.&#8220; (Ebd. 30).<\/p>\n\n\n\n<p>Fast immer kommt in den Manifesten die W\u00fcrde vor, alle Minderheiten und jede Gruppierung weltweit wird einbezogen, es geht um die Freiheit und die Befreiung der Armen und Kranken und der Kinder und der Schwachen, um die Artenvielfalt und das Vogelzwitschern, um den Umweltschutz und die Erde lieben, den Weltfrieden und um alle Leidenden auf allen Erden. Zwischendurch wurde meine Seele von der Vorsitzenden des \u00f6sterreichischen Frauenrings Klaudia FRIEBEN gerettet, die da kurz vor dem Frauenkampftag <strong>mit sehr vielen Rufzeichen<\/strong> schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" src=\"blob:https:\/\/www.wortflechte.com\/984bfeb6-d8d2-4782-8ba4-18a45b93efa9\" alt=\"&#x203c;&#xfe0f;\">Ich bin als Frau daf\u00fcr, dass jeder Mann mindestens ein Jahr pro Kind verpflichtend in Karenz geht!<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" src=\"blob:https:\/\/www.wortflechte.com\/b703854d-de64-467c-b229-1e60525a1108\" alt=\"&#x203c;&#xfe0f;\">Ich bin daf\u00fcr, dass jeder Mann sich gegen\u00fcber Frauen gewaltfrei zu benehmen wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" src=\"blob:https:\/\/www.wortflechte.com\/d06a3a0c-2688-45e9-aeb2-e0a8904558e5\" alt=\"&#x203c;&#xfe0f;\">Ich bin daf\u00fcr, dass jede Frau gen\u00fcgend Einkommen hat, um sich von keinem Mann etwas sagen lassen muss!&#8220; (Facebook Profil von Klaudia Friebes, 7.3.2026).<\/p>\n\n\n\n<p>Balsam auf meiner gefr\u00e4uleinten Seele&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich fragte mich, wieso bringen Frauen kaum&nbsp; Manifeste aufs Papier und unter die Leute? Ich habe dann mal einen wissenschaftlichen Fachartikel (Davide Giuriato, Wortprojektile. Manifeste zwischen Text und Tat, in: Hg. Rupert Gaderer, Juliane Prade-Weiss, Beschwerde f\u00fchren. Systemkritik zwischen Enangement und Exzess, 2024, o.S.) herangezogen, der Manifeste analysiert und folgende konzise Beschreibung vorlegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist der Kern eines Manifests<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Programmatik: Manifeste sind Texte, die von einer scharfen Kritik an den herrschenden Zust\u00e4nden ausgehen und oft ein eigenes Projekt mit einer neuen und bahnbrechenden Idee verbinden, h\u00e4ufig als Anklage.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Manifeste gehen an die \u00d6ffentlichkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>3. Eindeutigkeit: Manifeste wollen unmissverst\u00e4ndlich sein. Ihre Rhetorik leitet sich aus der pragmatischen Funktion ab, die programmatischen Zielsetzungen \u00f6ffentlich m\u00f6glichst schn\u00f6rkellos, klar und deutlich wiederzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4sst keinen Raum f\u00fcr Debatten und Einigkeitserzeugung<\/p>\n\n\n\n<p>und<\/p>\n\n\n\n<p>4. Gruppencharakter, meist f\u00fcr eine Partei, Gruppe oder Vereinigung. Das Manifest ist autorisiert f\u00fcr andere zu sprechen und will nach innen und nach au\u00dfen mobilisieren, oft in Form eines theatralen Trommelfeuers.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Leute, das haben wir Frauen VERPASST.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Patriarchat hat uns links und rechts \u00fcberholt und dazwischen noch \u00fcberrollt, die Panzer kreisen all\u00fcberall, die Frauenmordraten sind auf Allzeithoch, die Vergewaltigungsraten wie immer, aber die Verurteilungsraten sinken, der Anteil der M\u00e4nner an der Hausarbeit ebenso und die jungen M\u00e4nner heute finden wieder mehrheitlich die Frauen m\u00fcssen ihnen Zitat &#8222;immer gehorchen&#8220; (Ipsos. International Woman\u00b4s Day 2026, 2026, 53).<\/p>\n\n\n\n<p>Tr\u00f6stlich, dass weltweit immer weniger Frauen eine Beziehung oder Kinder wollen, sofern sie die Wahl haben. Wir sind nicht dazu erzogen, lautstark konkrete Forderungen an die \u00d6ffentlichkeit zu bringen f\u00fcr eine Gruppe zu sprechen medienwirksam Anklagen zu stellen. Frauen die das machen wird das Leben schwer gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas. Egal was. Irgendwas. Ein Manifest schreiben also.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonst erlischt die kleine w\u00e4rmende Flamme&nbsp; der Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn Hoffnung braucht ein ertr\u00e4umen und ein etwas denken k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fordere ab sofort<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;1. Ersten Weltfrieden f\u00fcr immer und Demokratie oder Soziokratie weltweit. Das Mehrparteiensystem \u00fcberall, 90% Frauenquote in der Politik auf allen Ebenen, im Rei\u00dfverschlusssystem neun zu ein.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Todesstrafe wird weltweit abgeschafft.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Alle L\u00e4nder werden befriedet. In Post-Kriegsl\u00e4ndern muss f\u00fcr 20 Jahre die Regierung zu 100% aus Frauen bestehen. <strong>Dann<\/strong> wird Krieg auch dort verboten. Wer auch nur \u00fcber Aufr\u00fcstung redet wird mit vollst\u00e4ndigem Politikverbot lebenslang belegt und bekommt psychologische Betreuung auf Lebenszeit. Das freiwerdende Budget geht zur H\u00e4lfte in Erneuerbare Energie und in den Gewaltschutz.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Waffen, Bomben usw. werden verboten und sind mit \u00c4chtung zu bestrafen. Wer Waffen will darf damit am Mond auswandern und diesen besiedeln, das ist ja inzwischen m\u00f6glich. Dort k\u00f6nnen die dann ballern und knallen so viel sie wollen. Sollten Kinder am Mond entstehen werden sie zeitnah nach der Geburt auf die Erde zur\u00fcckgeholt.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Die Weltgemeinschaft beendet Hunger und Sklaverei binnen 10 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>6. Soziale und wirtschaftliche Freiheit muss f\u00fcr alle garantiert werden, nicht nur f\u00fcr wei\u00dfe reh\u00e4ugige Jungfrauen. Es gibt das Recht auf ein Dach \u00fcber dem Kopf und auf ausreichend Nahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>7. Beschlagnahmung aller Verm\u00f6gen \u00fcber 3 Millionen Euro um eine weltweite Gesundheitskasse f\u00fcr alle Menschen zu finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>8. Danach wird s\u00e4mtliches Privatverm\u00f6gen und Privatbesitz alle zwei Jahre gesammelt und zu gleichen Teilen auf alle Menschen jeden Alters wieder verteilt. Wer vom eigenen Besitz etwas privat behalten m\u00f6chte kann rechtzeitig so viel vom Verm\u00f6gen verschenken, dass die Kontrolle \u00fcber dieses liebgewonnene Gut bleibt. Wohnfl\u00e4che geht gegeben Falls in Staatsbesitz \u00fcber und wird Mietobjekt.<\/p>\n\n\n\n<p>8 ein Drittel. Von folgenden Dingen muss man sich f\u00fcr eines der vier <strong>exklusiv<\/strong> entscheiden, den drei anderen absolut entsagen:<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>Medienjob oder Medienbesitz<\/li>\n\n\n\n<li>Politisches Amt oder politische Einflussnahme<\/li>\n\n\n\n<li>Verm\u00f6gen \u00fcber 3 Millionen Euro<\/li>\n\n\n\n<li>Religion und besonders religi\u00f6ses Amt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>8 ein halb. Spenden und Mitgliedsbeitr\u00e4ge \u00fcber 1000 Euro pro Person <em>und Jahr an eine politische Partei sind verboten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>9. Wer ein politisches Amt in Vollzeit inne hat darf ansonsten keine Firmenbeteiligung, Amt oder Einkommen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>10. Politiker*innen die l\u00fcgen, egal ob wissentlich oder unabsichtlich, verlieren ihr Amt und erhalten Politikverbot von zehn Jahren, auch f\u00fcr Beratungst\u00e4tigkeiten in der Politik.<\/p>\n\n\n\n<p>11. Politiker*innen die in ihrer Aufgabe als Politiker*in reden <strong>ohne eine Aussage<\/strong> zu machen werden ihres Amtes enthoben und erhalten Berufsverbot f\u00fcr ein Jahr.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>12. Umweltschutz steht \u00fcber allem, auch in der Wirtschaft, Cradle to Cradle Systeme, alles muss wiederverwertbar sein und umweltfreundlich in jeder Phase der Zirkel und der Wertsch\u00f6pfung, Bio wird das neue Normal und nichtbio nennt man ab jetzt anders, zuerst dachte ich an sowas wie Trottel-Banane, Trottel-Orange oder Trottel-Pizza.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann habe dann den<strong> Terminus kognitiv unterperformante und intellektuell insuffiziente Banane <\/strong>entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort muss so lang und langweilig sein, dass allein deswegen alle auf Bio umsteigen. F\u00fcr jedes kognitiv unterperformante und intellektuell insuffiziente Produkt muss man pro kognitiv unterperformante und intellektuelle insuffiziente Warenst\u00fcck die Produktbezeichnung des&nbsp; kognitiv unterperformanten und intellektuell insuffizienten Produkts an der Kasse ansagen, die Kassiererin muss den Namen des kognitiv unterperformanten und intellektuell insuffizienten Produkts vollst\u00e4ndig in die Kasse eintippen. Bei Produkten, also dem was man fr\u00fcher &#8222;Bio-Produkt&#8220; genannt h\u00e4tte, n\u00fctzen die Kassierer*innen weiterhin den Barcode.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Umweltschutz sind Artenschutz, Tierschutz, Verbot von Massentierhaltung selbstverst\u00e4ndlich inkludiert.<\/p>\n\n\n\n<p>13. Wegwerfprodukte und Wegwerfverpackungen werden grunds\u00e4tzlich komplett verboten, f\u00fcr immer und ewig.<\/p>\n\n\n\n<p>14. Karenzarbeits-Zeit gibt es nur 50-50, entweder gehen beide gleich lang oder keiner, und zwar jeweils Monatsweise abwechselnd oder im Teilzeitmodel, beide gehen dann halbtags erwerbsarbeiten und halbtags Kinderversorgung arbeiten. Haus- und Carearbeit werden im Divisionsprinzip an alle Erwachsenen Bewohner*innen aufgeteilt (100% Arbeit durch Anzahl der erwachsenen dividieren und zuteilen). Wer weniger macht wird nach acht Wochen in eine Singlewohnung umgesiedelt. Pflegestufen aufgrund k\u00f6rperlicher Erkrankungen reduzieren den Aufwand nicht, in solchen F\u00e4llen m\u00fcssen Dienste mit dem Pflegegeld zugekauft werden. Es ist sehr streng verboten, die nicht ausgef\u00fchrten Arbeiten anderer Erwachsener im Haushalt zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>15. In Bildungsberufen muss es eine 50% Quote geben. Wenn nicht die H\u00e4lfte der Stellen an Frauen oder M\u00e4nner geht, muss man leider diese Schulen, Kinderg\u00e4rten und Universit\u00e4ten zusperren.<\/p>\n\n\n\n<p>16. Bildungssystem wo die Belehrten also die Kinder aussuchen was passiert und was sie lernen (und z.B. die toten Sprachen eben nur freiwillig) werden Pflicht. Es ist Pflicht, dass alle Kinder lernen herauszufinden was sie selbst wollen, was sie sich selbst w\u00fcnschen und was sie gl\u00fccklich macht und wie sich das anf\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>17. Gewaltfreie Kommunikation nach Marshal Rosenberg und Virginia Satir sind in jeder Bildungseinrichtung Pflicht, Lehrpersonen m\u00fcssen verpflichtend GFK mindestens ein Jahr lernen, dazu Antirassismus, Antidiskriminierung und Antisexismus, nur die kl\u00fcgsten und weisesten K\u00f6pfe d\u00fcrfen irgendwas unterrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>18. Selber kochen wird auf \u00f6kologischen Gr\u00fcnden zu einer Nobelpreisdisziplin.<\/p>\n\n\n\n<p>19. Kleidung selber herstellen, upcyceln, reparieren oder umn\u00e4hen wird ein Pflichtfach aller Schulen.<\/p>\n\n\n\n<p>20. 90% des Kulturbudgets muss an lebende K\u00fcnstler*innen gehen. 10% an Verwaltung und tote K\u00fcnstler*innen. Dies inkludiert religi\u00f6se Kunst und Architektur.<\/p>\n\n\n\n<p>21. Paternalismus und \u00fcber die K\u00f6pfe, Herzen und K\u00f6rper anderer zu bestimmen ist einfach komplett verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>22. Es gibt Freie Sexualit\u00e4t f\u00fcr alle Menschen \u00fcberall, Consens aller Beteiligten ist selbstverst\u00e4ndlich Voraussetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>23. Das Hurenstigma und Rape Culture werden abgeschafft, verboten und proaktiv mit Burz und Stingel ausgetrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>24. Es gibt anst\u00e4ndige Gesetze f\u00fcr den Beruf Sexarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>25. Ignorieren, Zuschauen und nicht Melden bei sexualisierten Verbrechen jedweder Art ist verboten und wird bestraft.<\/p>\n\n\n\n<p>26. Die Scham wechselt die Seite. Eine Schande sind die T\u00e4ter und T\u00e4terinnen. Sonst niemand.<\/p>\n\n\n\n<p>27. Der menschliche K\u00f6rper <strong>darf<\/strong> entsexualisiert und ungendert gedacht werden, der<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>asexuelle K\u00f6rper<\/li>\n\n\n\n<li>der sexuelle K\u00f6rper<\/li>\n\n\n\n<li>der bin\u00e4re K\u00f6rper<\/li>\n\n\n\n<li>der nichtbin\u00e4re und<\/li>\n\n\n\n<li>der ungenderte K\u00f6rper<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>darf aufh\u00f6ren als Monster zu gelten. Asexualit\u00e4t und nicht-Heteronormativit\u00e4t ist&nbsp; akzeptabel und akzeptiert. (Vgl. Paul B. Preciado, kontrasexuelles manifest, 2003).<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Beatrice Preciado &#8211; inzwischen Paul Preciado, Kontrasexuelles Manifest).<\/p>\n\n\n\n<p>28. An Geschlechtsteilen <strong>ohne Consens<\/strong> herumschneiden wird verboten, auch zu \u00e4sthetischen, religi\u00f6sen oder sexistischen Zwecken. Wurscht ob Bubi, M\u00e4di, cis oder Interident, Erwachsene, Babys oder Kindern!<\/p>\n\n\n\n<p>29. Eine Kampagne pro innere Sch\u00f6nheit, pro diverse K\u00f6rper und pro ikonischen, avantgardistisch Mode-Stil in Dauerbeschallung, heftiger und tiefergehend als &#8222;Last Christmas&#8220; im Dezember im Supermarktradio geht um die Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>30. Es gibt ein Gesetz gegen Bodyshaming.<\/p>\n\n\n\n<p>31. Vereine und Religionen in denen M\u00e4nner und Frauen nicht 100% gleichberechtigt sind werden verboten, ausnahmslos.<\/p>\n\n\n\n<p>32. Der <strong>Annie Sprinkle Orden <\/strong>f\u00fcr Verdienste im Widerstand gegen depate Befehle wird sofort weltweit eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4nner haben die \u00c4mter und das Geld und den Einfluss und die Macht, und zwar quasi die Ganze. und die nehmen uns erst ernst, wenn wir alles wollen, 100% Quote. Jahrtausende hatten sie alles, immer noch machen Frauen die unbezahlte Arbeit Quasi allein, und wir m\u00fcssen mal unsere Anspr\u00fcche raufschrauben, und zwar bis zur Decke, und \u00fcber die Gl\u00e4serne Decke weit hinaus. Sonst nehmen uns die nicht f\u00fcr voll. Solange wir den Hals voll bekommen anstatt ihn nicht voll zu bekommen, bekommen wir die Kr\u00fcmel unter dem Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, wenn wir Frauen 100% von allem <s><u>oder 95%<\/u><\/s>&nbsp;&nbsp; fordern w\u00fcrden, h\u00e4tten wir mehr Erfolg als bis jetzt, also das sollten wir wirklich machen. Dann w\u00fcrde man uns ernst nehmen, endlich einmal. Keine Quoten mehr. Einfach in alle Einflussbereite und \u00c4mter nur mehr Frauen. Sagen wir mal 44 Jahre, 44 Jahre, das ist im Tarot die Liebe, 44 Jahre voller Frauen und voller Liebe, ist eh kurz, nach siebendtausenden Jahren quasi M\u00e4nner-only.<\/p>\n\n\n\n<p>To be Continued.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist erst der Anfang. Danke!<\/p>\n\n\n\n<p>@ Helga Christina Pregesbauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helgas Manifest in vorerst 33 Forderungen Ich wurde von ganz klein auf erzogen als Dienstleistungs-Objekt-K\u00f6rper f\u00fcr meinen zuk\u00fcnftigen Ehemann, Dauerdressur f\u00fcr einen Mann. 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