Herzschuhe und andere Kaufentscheidungen

Herzschuhe und andere Kaufentscheidungen

So ein Blödsinn.

Ich erinnere mich genau. Es war in Linz, als ich bei einem Vortrag vor großem Publikum zu erklären versuchte, warum Waldviertler Schuhe teurer sein müssten als so mach andere Schuhe am Markt. Da stand einer ganz hinten auf, unterbrach mich und meinte, ich solle aufhören so einen Blödsinn zu erzählen. Die Waldviertler seien die billigsten Schuhe seines Lebens. Er habe dieses Paar nun schon seit genau 15 Jahren. Vor vielen Jahren habe er eine Laufsohlen-Erneuerung machen lassen und nun, nach 15 Jahren, sei der Schuh noch Tipptop. Ich schwieg und war dankbar. Im Stillen dachte ich: wer billig kauft, kauft teuer.“

Das schreibt Heini Staudinger im aktuellen Brennstoff.

Ich trug meine ersten Waldviertler 23 Jahre durchgehend, ohne Sohlenerneuerung, sie hatten in dieser Zeit zwei sehr kleinen Reparaturen. Zweimal kaufte ich neue Schuhbänder. Seit zwei Jahren habe ich neue und trage die inzwischen 25 Jahre alten dort, wo es nichts ausmacht, falls sie auseinanderfallen, was ich eigentlich erwarte. Nur: Sie tun es nicht. Seit 25 Jahren das gleiche Paar Schuhe und es will und will nicht auseinanderfallen! Ich gehe mit ihnen auf die Berge, wandern, in den Garten, arbeiten, spazieren, überall hin.

Wenn man einen Billigschuh zwei Jahre ungetragen im Kasterl stehen lässt ist er in schlechterem Zustand.

Ich weiß nicht, was der Linzer damals in Staudingers Erzählung mit seinen Waldviertler Bog getan hat, dass er in 15 Jahren schon neue Sohlen gebraucht hat. Aber ich weiß, wenn man etwas 25 Jahre lange besitzt und benützt, dann schließt man es einfach ins Herz. Dieses Insherzschließen erlebt man mit Wegwerfprodukten nicht. Das ist dann schlecht für das Produkt, aber es ist vielleicht noch schlechter für unser Herz…

Solchen Gefahren sollte man sein Herz niemals aussetzen. Sonst wird es möglicherweise ein Wegwerfherz.

Artikel 4 von 7 zu Umweltschutz

(c) Helga Christina Pregesbauer

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